Safer Internet Day – wofür braucht es den denn?10.02.2015

Die öffentlichen Meldungen über Hacker-Angriffe auf Unternehmen, Organisationen und Staaten, die dringlichen Bitten unserer Banken, bitte keine Phishing Mails zu öffnen und schon gar nicht eigene Passwörter an Dritte weiterzugeben, die ängstlichen Anfragen von Usern, was denn heute mit ihren Daten im Internet passiert – all das macht den von der Europäischen Union initiierten jährlich stattfindenden und weltweiten Aktionstag für mehr Sicherheit im Internet aktueller und relevanter denn je.

Die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit diesem Thema ist hoch – für jeden einzelnen User genauso wie für uns als digitale Agentur, deren Prozesse und Kampagnenkonzepte immer mehr auf der Nutzung von Daten bestehen, deren Sicherheit und Schutz höchste Priorität haben sollten.

Verantwortung des Users

Jeder User sollte sich häufiger die Frage stellen, welche Angebote er da gerade „umsonst“ bzw. „kostenfrei“ nutzt, und sich dabei klar machen, dass kein Unternehmen der Welt dauerhaft intrinsisch motiviert ein Angebot für den User kostenfrei bereitstellen kann, ohne dass nicht an anderer Stelle Geld eingenommen wird, um die Dienstleistung überhaupt erbringen zu können. Dieser Geldstrom fußt in aller Regel bei digitalen Angeboten auf zwei Säulen: Werbung und Handel mit Daten – gerne auch in direkter Verknüpfung!

Haben wir uns das klar gemacht, so sollte jeder Einzelne das Thema Safer Internet besonders als eine konsequente und dauerhafte Auseinandersetzung mit der Frage verstehen: Welche Daten möchte ich wem, zu welcher Zeit und wie lange zur Verfügung stellen.

Doch hier beginnt die Generationenschere weit auseinander zu klaffen: Je jünger der User, desto geringer ist die Hemmschwelle des Sharens eigener Daten und Informationen!

Gerade deswegen richtet sich der Safer Internet Day an die so genannten Digital Natives – die Generation derer, die mit Smartphone und Facebook „digital sozialisiert“ wurden und deren Angst vor sinkender Privatsphäre durch das Preisgeben eigener Daten wesentlich geringer ist als bei älteren Usern. Eine bessere Aufklärung von Kindern und Jugendlichen ist das Gebot der Stunde, denn gerade sie müssen verstehen, dass das Teilen von privaten Informationen bspw. in sozialen Medien nicht nur gegenüber dem Adressat erfolgt, sondern vor allem auch gegenüber dem Anbieter der Plattform. Je aufgeklärter wir selbst darüber sind, desto eher sind wir in der Lage abzuschätzen, was wir teilen möchten und was wir in Zukunft vielleicht besser persönlich überbringen sollten. Wo immer wir anderen Usern hier Hilfestellung geben können, das Internet wird davon profitieren.

Verantwortung des Unternehmens

Die Verantwortung liegt jedoch keineswegs beim User allein, besonders wir als digitales Kommunikationsunternehmen stehen in der Verantwortung mit den Daten, die uns angeboten werden bzw. die wir selbst erheben, sorgsam, sparsam und vor allem rechtskonform umzugehen.

Was bedeutet das für uns?

Es gibt klare und verbindliche Regeln für die Datenerhebung und Nutzung von Daten! Hierbei unterscheiden wir zwischen personenspezifischen und nicht personenspezifischen Daten. Personenspezifische Daten sind etwa Klarnamen in Verbindung mit Adressdaten oder Emailadressen, d.h. wir können den User eindeutig identifizieren und können ihn direkt persönlich ansprechen. Nicht personenspezifische Daten sind bspw. Nutzungsdaten von Rechnern auf Websites, also welche Websites wurden von einem bestimmten Rechner angesurft oder welche Banner wurden auf einer Website angezeigt, die durch einen bestimmten Rechner geöffnet wurde. Hier kennen wir weder den Namen des Users noch dessen Adresse oder Emailadresse.

Beide Formen der Daten können wir als Unternehmen nutzen, wobei die Nutzung durch unterschiedliche Formen der Zustimmung des Nutzers reglementiert wird: Möchte ein Unternehmen personenspezifische Daten nutzen, bedarf es immer der Zustimmung des einzelnen Users zu der gewünschten Nutzung für bspw. Werbemails etc. (passiert meist bei Registrierung auf der Site, die der User nutzt). Bei nicht personenspezifischen Daten kann der User der Nutzung seiner Daten durch ein sogenanntes Opt Out widersprechen. Dies passiert heute häufig bei der Einblendung von Bannern, die bspw. auf Basis des Surfverhaltens des Users in einem Onlineshop spezielle Produkte anbieten – sogenannten ReTargeting Bannern.

datenschutz

Hier hat der User über Click auf das oben rechts dargestellte Icon die Möglichkeit, der Nutzung seiner Informationen zu widersprechen. Hierfür wird in Europa eine eigene Plattform unterhalten, bei der jeder User sämtlicher Nutzung seiner nicht personenspezifischen Daten widersprechen kann.

Daneben bietet die digitale Wirtschaft auf dieser Seite die Möglichkeit der Beschwerde über einzelne Unternehmen. Diese Beschwerden werden zentral durch den Deutschen Datenschutzrat Onlinewerbung bearbeitet, der dafür Sorge trägt, die Transparenz für den User herzustellen und die Selbstbestimmung der Verbraucher durch einfach zu handhabende Entscheidungsmechanismen zu stärken.

Was bleibt sind Verantwortlichkeiten auf beiden Seiten – die des Users für den Willen, seine Daten preiszugeben und die der Unternehmen, verantwortungsbewusst, datenschutz- und rechtskonform   mit Daten im Internet umzugehen.
Der Safer Internet Day erinnert beide Seite an diese Verpflichtung – gut so!

Keynote Medientage: Die Zukunft der Werbung liegt im Netz19.10.2011

Das Thema dieses Jahr lautet: “Mobile, Local, Social – Dreiklang der vernetzten Gesellschaft”. Ein gutes Thema, finde ich, denn die “Internetisierung” unseres Lebens ist tatsächlich der gesellschaftliche Megatrend, der unser Leben verändert.

Das fängt bei der Liebe an: Jeder zweite Single sucht heute seinen Partner im Netz, von fünf Paaren findet eines dort zusammen; und genauso viele lassen sich – sagt man – durch eine auf Facebook aufgedeckte Affäre wieder scheiden.
Das geht bei der Politik weiter: Die nordafrikanischen Revolutionen wären ohne die modernen Kommunikations- und Organisationsformen im Netz so nicht vorstellbar gewesen. In Ägypten haben sich 94 Prozent der Bevölkerung auf soziale Medien verlassen. 85 Prozent sind den privaten, unabhängigen Medien gefolgt. Und nur 40 Prozent haben dem Staatsfernsehen geglaubt.
Und es hört bei den Märkten auf: Die Musikindustrie wurde auf den Kopf gestellt, in der Buchindustrie verkauft Amazon in den USA auf 100 Bücher bereits 105 eBooks. Und am Ende wird sich auch die Filmindustrie sich grundlegend ändern.

Daraus ergibt sich mein Thema: Wie sieht die Zukunft der Kommunikation aus?

Schauen wir uns zunächst die Gegenwart an: Diesen Beitrag weiterlesen

In der Kommunikation und im Marketing der Gegenwart zählt jede Sekunde15.07.2011

Wie sieht ein gemütlicher Abend von Anne Lerig aus? Nachdem sie ihre zweijährige Tochter Lilly ins Bett gebracht hat, macht sie es sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich und zappt durch das TV-Programm. Doch nicht nur das: Auf ihrem Schoß hat sie ihr MacBook, auf dem sie zeitgleich mit ihren Freunden auf Facebook oder Google+ chattet, Hotels für den nächsten Urlaub auf TripAdvisor vergleicht oder auf Amazon bestellt (mit Vorliebe DVDs ihrer Lieblingsserien). Manchmal lästert sie auf Twitter über das, was gerade im Fernsehen läuft. Häufig gesellt sich ihr Mann Thomas dazu, mit seinem frisch erstandenen iPad in der Hand: Damit liest er seine E-Mails, stöbert im App-Store und checkt auf Foursquare, wo sich seine Freunde rumtreiben.
Während sie also gemütlich gemeinsam fernsehen, chatten, twittern, shoppen und e-mailen vergessen sie auch nicht, sich zu unterhalten: zum Beispiel über den anstehenden Autokauf. Thomas recherchiert seit Monaten im Internet nach einem Auto für seine dreiköpfige Familie. Anne hätte gerne wieder einen MINI, er aber liebäugelt mit einem BMW.

Okay, das also soll ein Fernsehabend sein? Ja, ist es. Sogar ein typischer – für unser neues Jahrzehnt.

Anne und Thomas gehören zu den Testpersonen, denen wir mit unserer Marktforschung immer wieder über die Schulter schauen (und dazu eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre schaffen). Wir beobachten, wie die Konsumenten alte und neue Medien in ihren Alltag integrieren. Annes und Thomas’ Verhalten ist ein Paradebeispiel für das, was auch weitere  Studien belegen: Die Mediennutzung der Verbraucher ändert sich. Grundlegend und rapide.

Das bedeutet für mich als Chef einer Agenturgruppe: Auch die Kommunikation muss sich verändern. Ebenso grundlegend und rapide. Sonst erreichen wir niemanden.
Diesen Beitrag weiterlesen

Internet killed the cinema star, oder ist das Kino noch am Leben?1.03.2011

Die Abschiedsszene in »Casablanca«. Luke Skywalker gegen Darth Vader. Der Untergang der Titanic. Alles Meilensteine der Filmgeschichte, die erst auf der großen Leinwand so richtig zur Geltung kommen. Action, Spannung und ganz große Gefühle!  Und jetzt die Vorstellung, dass solche Szenen zukünftig nur noch auf Fernsehern und Computermonitoren geschaut werden? Leider die Realität…

Nachdem Video und DVD das Medium Kino schon stark geschwächt haben, hat das Internet ihm das Genick gebrochen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut Bilanz der FilmFörderungsAnstalt (FFA) ist die Besucherzahl 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 13,5% gesunken. Damit der geht der Abwärtstrend weiter, der 2001 begonnen hatte. Damals waren es noch knapp 178 Millionen Kinobesucher pro Jahr. 2009 noch 146 Millionen und letztes Jahr dann nur noch 126 Millionen. Ein Trend, der sich auch auf die Kinowerbung auswirkt: Der Tausenderkontaktpreis (TKP) für Kinowerbung lag im Jahr 2001 bei 39,27 Euro – 2010 lag er bei 54,69 Euro. Man muss also 40% mehr Geld investieren um die gleiche Anzahl an Personen mit seiner Werbung zu erreichen.
Kein Wunder, dass Unternehmen durch diesen enormen Anstieg der Kosten keine kreativen, unterhaltsamen Kinospots mehr drehen, sondern sich die Produktionskosten eines neuen Spots sparen und einfach das TV-Material im Kino weiterverwerten. Wenn sie überhaupt noch Geld für Kinowerbung ausgeben…

Das Ende vom Kino? Ganz im Gegenteil Diesen Beitrag weiterlesen

Der Wurf deines Lebens – hinter den Kulissen28.10.2010

Sprite, die erfrischende Zitronenlimo aus dem Hause Coca-Cola, hatte uns für eine Sommeraktion gebrieft. “Refreshment” soll da rüberkommen bei einer jungen Zielgruppe, die mehr an die coole Marke gebunden werden soll. Die Botschaft des laufenden TV-Spots ist Erfrischung pur als Höhepunkt eines Basketballspiels (genauer gesagt: urbaner Streetball). “Also platzieren wir auf dem Potsdamer Platz in Berlin viele Körbe für viel Publikum mit viel Entertainment…” Aber was ist mit den hunderttausenden Jugendlichen im Rest des Landes – gucken die einfach nur zu im Internet? “Nee, die machen natürlich mit! Da gibt’s doch diese Fußballwurfmaschinen fürs Torwarttraining, wir schrauben die um, hängen die ans Internet und dann kann jeder vom PC aus das Ding online steuern!” Diesen Beitrag weiterlesen

tags

aktuelle kommentare

  • kategorien

  • archiv

meta